VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Verbraucherschutz in Deutschland ist wichtig. Aber was macht er bloß?

Melanie Esters
Melanie Esters

Themen rund um den Verbraucherschutz haben in Deutschland eine lange Tradition. Doch wie wird das Thema von den Konsumenten wahrgenommen? Vertrauen Sie unabhängigen Verbraucherschutzorganisationen? Und wie gut sind Verbraucher informiert, wenn es um das Thema geht?

Der VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V. und das Marktforschungsunternehmen SAVVY Research wollten es genauer wissen und fühlten den Konsumenten in einer repräsentativen Umfrage im November 2016 auf den Zahn.

Muss man Konsumenten wirklich fragen, ob Verbraucherschutz für sie wichtig ist? Liegt es bei der Vielzahl von Organisationen und Formaten nicht auf der Hand, dass Konsumenten immer besser und umfassender informiert werden wollen?

Auf der einen Seite zeigte sich bei unserer Befragung genau dies: 71% der Konsumenten halten es für wichtig, unabhängige Informationen von Verbraucherschutzorganisationen zu bekommen und auch das Vertrauen in die Arbeit dieser Organisationen ist mit 68% sehr hoch. Im Alltag nutzen Konsumenten diese Organisationen vor allem beim Kauf von Nahrungsmitteln, Gesundheitsprodukten, Versicherungsprodukten und Multimedia-Artikeln.

Verbraucherschutz ist wichtig in Deutschland

Auf Nachfrage können die meisten Konsumenten ungestützt Verbraucherschutzorganisationen benennen (63%). Lokale Verbraucherschutzzentralen, Stiftung Warentest, Foodwatch und der Mieterschutz wurden von den meisten Befragten erinnert.

Verbraucherschutz ist wichtig, aber was macht er überhaupt?

Was macht Verbraucherschutz überhaupt?

Steigt man jedoch tiefer in die offenen Antworten ein, bringen diese eine gewisse Ahnungslosigkeit und Überforderung der Verbraucher zu Tage.

So haben etwa 20% der offenen Nennungen nur einen indirekten Themenbezug. Organisationen, wie Caritas, Greenpeace, Amnesty International oder PETA mögen sich für Tierschutz, Menschenrechte oder caritative Zwecke einsetzen, mit Verbraucherschutz und Aufklärung haben sie wenig zu tun. Der blaue Engel, das Marktforschungsinstitut GfK und die Bundesregierung sind zweifelsohne glaubwürdige Institutionen, jedoch keine Verbraucherorganisationen per Definition.

Und während sich diese genannten 20% darin verstricken, was Verbraucherschutz überhaupt sein könnte, fällt weiteren 37% der Befragten auf diese offene Frage nach Organisationen überhaupt nichts ein und sie lassen sie unbeantwortet.

Dies korreliert mit der Aussage, dass 34% der Befragten angaben, keine Informationen von Verbraucherschutzorganisationen zu nutzen.

Auch die Frage nach einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema "Verbraucherschutz" fällt vielen Probanden anscheinend schwer. In unserer Umfrage fragten wir nach positiven und auch kritischen Aspekte von Verbraucherschutz – auf den Kosmetikmarkt bezogen.

 

Es mag an dieser Einschränkung auf einen spezifischen Markt liegen, dass 80% der Studienteilnehmer nicht in der Lage waren, positive oder kritische Aspekte zu nennen, oder eben auch daran, dass es populär ist, eine klare Meinung zu einem Thema zu haben, häufig jedoch nicht hinterfragt wird, was wirklich dahintersteht.

Fakt ist, dass Verbraucherschutz und Verbraucheraufklärung in Deutschland allgegenwärtig sind und als wichtig wahrgenommen werden, Verbraucher jedoch erstaunlich schnell ins Schwitzen geraten, wenn nach Inhalten und Beispielen für Verbraucherschutzorganisationen gefragt werden.

Melanie Esters, SAVVY Research, http://savvy-research.com